ZWISCHEN FOTOGRAFIE UND KÜNSTLICHER INTELLIGENZ
In diesem Beitrag zeige ich eine Bildserie, die vollständig ohne Kamera entstanden ist. Mit künstlicher Intelligenz – aber mit denselben Fragen, die mich auch in der Fotografie beschäftigen: Licht, Stimmung, Ausdruck und Bildsprache.
Künstliche Intelligenz verändert gerade, wie Bilder entstehen. Für mich war deshalb weniger die Frage interessant, ob KI Fotografie ersetzen kann, sondern was passiert, wenn ich sie mit meinem eigenen fotografischen Blick benutze. Wie viel von einem Bild entsteht durch Kamera und Technik – und wie viel durch Entscheidungen über Licht, Stimmung, Perspektive, Bewegung und Auswahl?
Genau das wollte ich mit dieser Serie ausprobieren. Nicht möglichst perfekte Bilder erzeugen, sondern eine Bildsprache entwickeln, die sich für mich vertraut anfühlt: reduziert, ruhig, etwas melancholisch, mit Unschärfe, Bewegung und starken Schwarzflächen. Vieles davon sind Dinge, nach denen ich auch bei einem echten Shooting suche.
Der Unterschied ist natürlich groß: Es gab kein Model vor meiner Kamera, kein Lichtsetup und keinen Moment, den ich tatsächlich fotografiert habe. Trotzdem musste ich ständig Entscheidungen treffen – welche Idee funktioniert, welches Bild glaubwürdig wirkt, welche Variante zur Serie passt und welche trotz technischer Perfektion nichts auslöst. Am Ende entstand die Serie deshalb weniger durch einen einzelnen Prompt als durch Auswahl, Veränderung und viele kleine Entscheidungen.
Die Kamera fehlt. Die Entscheidungen dahinter bleiben dieselben.





Für mich war diese Serie vor allem ein Experiment mit der eigenen Bildsprache. Die Bilder sind nicht fotografiert worden – trotzdem erkenne ich darin vieles wieder, was mich auch hinter der Kamera interessiert: Nähe, Unschärfe, Bewegung, Licht und diese kleinen Momente, die ein Bild nicht perfekt, sondern interessant machen.
KI verändert für mich deshalb nicht die Frage, was ein gutes Bild ist. Sie verändert nur den Weg dorthin.
Am Ende interessiert mich nicht nur, wie ein Bild entstanden ist.
Sondern ob es etwas auslöst.
